DruckenDie Kernspintomographie ist seit Jahren ein eingeführtes und nicht mehr wegzudenkendes Verfahren in der diagnostischen Radiologie. Hier werden unterschiedliche Magnetfelder zur Anregung von Wasserstoffatomkernen im Körper eingesetzt. Eine Vielzahl beeinflußbarer Parameter bei der Bilderzeugung sorgen für unterschiedliche diagnostische Informationen. So wird bei der MR-Mammographie nicht nur die Brust in ihren anatomischen Strukturen abgebildet, sondern auch die Durchblutung einzelner Raumforderungen analysiert.
Wie die Mammasonographie ist auch die Kernspintomographie der Brust ein ergänzendes Verfahren zur Mammographie.
Indikationen (GKV-Leistung):
- Rezidivausschluß, wenn mammographisch oder sonographisch nicht abklärbar,
- Primärtumorsuche
- unklarer Gesamtbefund ( bzgl. Klinik, Mammo, Sono , ggf auch nach perkut. Biopsie ),
- präoperatives Staging bei gesichertem Tumor zur Bestimmung bzw.
zum Nachweis
- der Tumorgröße,
- der intraduktalen Tumorkomponente,
- einer Multifokalität,
- einer Multizentrizität sowie
- eines kontralateralen Zweittumors. - Neoadjuvante Chemotherapie ( nach Abschluß des 2. Zyklus ),
- Follow-up nach prothetischer Wiederaufbauplastik ( Abstand alle 1 bis 2 Jahre ),
- erhöhtes Mammakarzinomrisiko ( familiär , BRCA-Trägerinnen ),
- mammographisch dichte Brust ( nach OP, nach Radiatio, bei Mastopathie ),
- Differenzierung zwischen Narbe und Karzinom,
- Prothesendiagnostik ( Ruptur u./o. Fibrose der Kapsel ),
- Differentialdiagnose Mastitis - inflammatorisches Karzinom.
Die Durchführung der MR-Mammographie erfolgt in der zweiten Zykluswoche !!!
Die Einnahme von Hormonen, z. B. menopausal, sollte 3 bis 6 Monate vor der MR-Mammographie abgesetzt werden.
Untersuchungsablauf:
Die Vorlage sämtlicher Vorbefunde, wie
- aktuelle Mammographie,
- aktuelle Sonographie,
- Operations- und/oder Strahlentherapiebericht sowie
- Histologiebericht
Patientenvorbereitung und Aufklärung, Überprüfung von Kontraindikationen.
Wichtig hierbei: Kontrastmittelgabe ist obligat, da wir die vermehrte Durchblutung von Tumoren ( Tumorangiogenese ) gegenüber dem gesunden Gewebe zum Nachweis maligner Herde nutzen.
Dauer der Untersuchung ca. 15 Min.:
Anlage venöser Zugang >> Lagerung in Bauchlage in spezieller Oberflächenspule >> native T2-Messung durch die Mammae >> native T1-Messung >> T1-Messung nach KM-Gabe 7 min p.i. >> cor T1 fat sat-Messung nach KM und ax T2 durch den Thorax zur Beurteilung der Lymphabflusswege und der Thoraxwand >> Erstellung von Subtraktionsaufnahmen der nativen und der KM unterstützten Bilder zur Detektion von KM-aufnehmenden ggf. tumorsuspekten Herden >> Bei vorhandenen KM-affinen Herden Erstellung von Signal-Intensitäts-Zeit-Kurven zur Differenzialdiagnostik maligner – benigner Herde .
Leistungsfähigkeit der MR-Mammographie
- Früh- und Differenzialdiagnose des Mamma-Carzinoms.
- fast 100% Sensitivität beim ductalen -invasiven Mamma-Carzinom, 97 – 100 % Sensitivität beim invasiven Mamma-Karzinom größer 2 mm Durchmesser,
- bis zu 18 – 20% fache positive Aussagen.
Qualifikation
Zur Durchführung der MR-Mammographie im GKV-Bereich ist eine Genehmigung erforderlich.
Dazu werden zunächst apparative Voraussetzungen überprüft.
Die fachliche Qualifikation des Radiologen setzt voraus, daß er bei mindestens 200 Patienten mit mindestens 50 % histologisch gesicherten Befunden die MR-Mammographie selbständig durchgeführt und befundet hat.
Der Fortbestand der Genehmigung ist gegeben, wenn durch den Radiologen jährlich 50 MR-Mammographien selbständig erbracht werden.

