Im Brustzentrum erleben wir täglich, wie die Diagnose "Brustkrebs" Angst
und Hilflosigkeit bei den Betroffenen auslöst. So verständlich die Sorge
um die erkrankte Brust, aber auch um das zukünftige Leben sind: diese
Erkrankung ist kein Grund zur Angst oder gar Hoffnungslosigkeit.
Brustkrebs ist kein Todesurteil. Der überwiegende Anteil der an Brustkrebs
erkrankten Frauen kann geheilt werden. Die früher so häufig durchgeführte
Brustamputation ist heute nur noch in etwa einem Viertel der Fälle in
unserem Zentrum erforderlich. Man kann Brustkrebs also auch ohne schwerwiegende
Beeinträchtigungen heilen.
Beigetragen haben dazu die in den letzten Jahren immer weiter verfeinerten,
vor allem individuelleren Behandlungsmethoden. Fortschritte wurden auf
allen Ebenen der Brustkrebsbehandlung erzielt:
Durch präzisere feingewebliche Untersuchungsmethoden ist es möglich
geworden, die von einem Brustkrebs ausgehende Gefahr noch genauer
einzuschätzen. Damit wurde ein Grundstein für eine individualisierte,
auf die Bedürfnisse der einzelnen Patientin abgestimmte Therapie gelegt.
Im Bereich der operativen Therapie stellte die Einführung der brusterhaltenden
Behandlung in den 80er Jahren einen enormen Fortschritt dar. Viele
weitere Fortschritte sind dem gefolgt. Gegenwärtig bieten wir hier
in Bielefeld als Routineeingriff an, die Entfernung der axillären
Lymphknoten auf nur noch einen - mit speziellen Methoden ausgesuchten
- sogn. WÄCHTER - Lymphknoten zu begrenzen.
Verbesserte Bestrahlungsmethoden in Planung und Durchführung mit
gleichzeitiger Verringerung der Nebenwirkungen, führen zu einer Verminderung
des Wiederauftretens der Erkrankung in der bestrahlten Brust.
Sie sehen bereits aus dieser kurzen Aufzählung, dass bei Brustkrebs viele
Therapiestrategien miteinander kombiniert werden, die auf unterschiedlichen
Wegen und mit verschiedenen Wirkungsmechanismen alle das Ziel haben, die
Erkrankung und ihr Wiederauftreten zu verhindern.